Auszeit im Grünen

Ich gebe es zu! Die Bachelor Arbeit zu schreiben stresst mich mittlerweile ungemein! Während die eigentliche Planung nun schon seit Januar 2021 vor sich hin läuft, ziehen sich die letzten To-Do’s wie Kaugummi. Monatelange Recherche, zwei mal den Anfang komplett umgeworfen und dann noch die Suche nach den passenden Bildern zerren mittlerweile ganz schön an meinen Nerven. Während das Ausforulieren meiner Gedanken und Ergebnisse mir tatsächlich immer noch leicht von der Hand geht, sind es vor allem die organisatorischen Kleinigkeiten die mich in den Wahnsinn treiben. Darf ich einfach so 5 Seiten mehr schreiben als erlaubt? Wieviele Gemälde sollten im Anhang gezeigt werden? Verrenne ich mich in zu vielen Details bei meinem Zwischenfazit oder kann der Leser mir folgen? Besonders groß ist meine Sorge die Arbeit noch rechtzeitig in Druck geben zu können da dieser auch noch einmal zwei Tage in Anspruch nimmt und auch hier wieder neue Entscheidungen anstehen. Softcover oder Hardcover? Lasse ich den Titel kursiv drucken? Und funktionieren zwei Gemälde auf dem Titelbild oder doch lieber nur eins? Mir raucht der Kopf!

Und was hilft da eindeutig am besten? Genau! Eine Auszeit im Grünen!

Mein Lieblingspot ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter ist und bleibt die Erfurter Gartenausstellung. Durch die Buga herrscht dort dieses Jahr ziemlich viel Tamtam, sodass die Entspannung leider oft auf der Stecke bleibt. Mein Geheimtipp: ganz früh aufstehen! Und so begann meine Auszeit im Grünen erst einmal damit, dass der Wecker am Samstagmorgen um 8 klingelte. MEEEEH! Entschädigt wurde ich damit, dass wir auf der Ega Punkt 9.30 einer der wenigen Besucher waren. Tatsächlich lag die gesamte Gartenausstellung noch in einem dichten Nebel und gab nur wenig von der herbstlichen Bepflanzung frei. Kein Problem wir waren vorbereitet! Mit Brötchen und warmen Kaffee machten wir es uns am Wasserlauf gemütlich, versuchten die dezente Kälte zu verdrängen und beobachteten wie die Ega langsam zum Leben erwachte. Die Enten schwommen bereits munter in den Becken auf und ab und der Nebel lichtete sich Stück für Stück über den nassen Wiesen. Die Ruhe war einmalig und mein Kopf begann nach Tagen des Stresses endlich runterzufahren. Spätestens als die ersten Sonnenstrahlen den Nebel durchbrachen war es an der Zeit einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Stück für Stück riss der Himmel auf und die Jacken wurden in der herbstlichen Wärme sogar unnütz. Die Blumen erstrahlten in außergewöhnlich leuchtenden Organetönen und das Grün der Gewächse erinnerten mich direkt an einen Urlaub auf Ibizia. Einfach herrlich! Die Stunden vergingen wie im Flug und als ich am Nachmittag durch den Ausgang lief, warf ich noch einmal einen Blick zurück und bedankte mich im Stillen: „Danke liebe Ega das du es mit deinen wunderschönen Blumen, Pflanzen und Wasseranlagen immer wieder schaffst, mich vom Alltagstsress abzulenken und zur Ruhe zu bringen!“